Ägypten: Warum haben die westlichen Regierungen eine solche Angst Mubarak zu früh fallen zu lassen?

In Ägypten ist nun schon einige Tage Chaos. Revolutionäre Zustände. Das dürfte mittlerweile ja an keinem mehr vorbeigegangen sein. Das Chaos macht es aber auch für alle schwierig, die Lage zu analysieren oder Prognosen abzugeben, denn wir können die jetzigen Zustände wohl nicht mit früheren Revolten in anderen Ländern vergleichen, dafür hat sich die Welt zu sehr verändert.

In vielen Medien ist ja von „Facebook“-Revolution die Rede, und da wird wohl auch etwas wahres dran sein. Unsere Moderne Kommunikation ist offen und frei. Die Bürger in Ländern wie Ägypten bekommen es mit, dass es anderswo auf der Welt Länder gibt, in denen die Menschen nicht von Despoten wie Mubarak regiert werden und in denen es den Menschen besser geht.

Die europäischen und amerikanischen Außenpolitiker verhalten sich bei dieser Revolution allerdings äußerst zurückhaltend. Man hat fast den Eindruck, als verunsichere sie die Lage.

Dazu muss man natürlich wissen, dass Amerika, Europa und auch der Rest der Welt ein riesiges Interesse an anhaltender Stabilität in den Ländern des Mittleren Osten hat. Von dort sprudelt schließlich der größte Teil des Öls und das Öl ist der Motor der Wirtschaft.

Die westliche Welt hat Angst vor den Islamisten, das ist bekannt. Deshalb war man froh mit Mubarak in Ägypten einen verlässlichen Diktator zu haben. Der Westen stärkt Mubarak den Rücken und pumpt Ägyptens Militär mit Milliarden voll damit der ihnen sicherstellt, dass Ägypten kein Islamistischer Gottesstaat wird, der es sich zur Aufgabe macht Israel von der Landkarte zu fegen und die ganze Region ins Chaos zu stürzen.

Nun wird diese „schöne Heile Welt“ vom Ägyptischen Volk zu nicht gemacht. Und die aller meisten Regierungen scheinen tatsächlich in dem Konflikt zu stehen nicht von Mubarak loslassen zu wollen.

Sag mal, glaubt wirklich jemand, dass das Ägyptische Volk den einen Diktator aus dem Land jagt um dann einen Gotteststaat zu errichten? Die Leute auf der Straße sagen doch ganz klar was sie wollen. Mehr Freiheit, mehr Demokratie, Arbeit und eine Lebensperspektive!

Glaubt wirklich noch jemand, dass Mubarak die Proteste aussitzen könnte? Ich tue es nicht. Mubarak ist Geschichte, fragt sich nur noch ab wann.

In diesem Zusammenhang sei auch noch ein Wort zur Haltung Israels gesagt. Netanjahu  hat öffentlich die Ängste seiner Regierung geäußert, dass Israel feindliche Kräfte in Ägypten die Oberhand gewinnen und den Frieden zwischen den Ländern aufkündigen könnten. Deshalb sollten die westlichen Regierungen lieber weiter zu Mubarak stehen.

Wie idiotisch ist diese Haltung denn bitte? Was für eine historische Chance bietet sich den Israelis derzeit ihre Solidarität mit einem muslimischen Nachbarvolk zu zeigen. Haltet zum Ägypischen Volk. Ein gutes Verhältnis zu seinen Nachbarn ist das beste Pfand im Kampf für Frieden.

So bestätigt man nur die Vorurteile gegenüber Israel in der Region.

Oder gibt es doch gute Gründe für Regierungen (noch) nicht den Rücktritt von Mubarak zu fordern?

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